Ich komme aus Kobane und bin Kurde. Ich wurde das erste Mal 2004 mit 16 Jahren vom syrischen Militär festgenommen, als es in Qamishli und Kobane Aufstände gab, weil Kurden massiv vom syrischen Militär verprügelt wurden. Ich glaube es ging ursprünglich um ein Fußballspiel.

Obwohl ich mit den Ausschreitungen nichts zu tun hatte, wurde ich, weil ich Kurde bin verhaftet. Nach meiner Entlassung durfte ich 6 Jahre in Syrien nicht in die Schule/Universität gehen oder eine Ausbildung machen.

 

Ich habe dann in Beirut Jura studiert und bin 2014 nach meinem Examen über die Türkei nach Syrien/ Kobane zu meiner Familie zurückgekehrt und dann für Human Rights Watch gearbeitet.

Schon eine Woche nach meiner Rückkehr müssten wir wieder fliehen, diesmal vor dem IS.

Zuerst gingen nur die Frauen und Kinder, weil wir die Bauernhöfe nicht verlassen wollten. Als wir hörten, dass der IS nur noch 5 km von uns entfernt war, sind wir auch in die Türkei gegangen.

Jetzt bin ich hier, aber meine Familie, meine Verlobte sind immer noch in der Türkei. Ich bin der Stadt Köln und Deutschland dankbar, dass ich hier sein kann, obwohl ich viel lieber auf dem normalen Weg hergekommen wäre. Ich würde gerne weiter als Anwalt arbeiten und vielleicht von hier, von Deutschland aus mich für die Menschenrechte nicht nur in Syrien einsetzen.

 

Es wäre doch schön, wenn alle Menschen in Frieden leben könnten.