Ich musste aus politischen Gründen fliehen und mein Land , den Iran verlassen.

Im Iran habe ich Kommunikationswissenschaft und Journalismus studiert. Ich bin jetzt 29 und habe 7 Jahre als Sozialjournalistin gearbeitet.

Zuerst bin ich vom Iran in die Türkei geflohen. Dort hatte ich Glück und musste nur eine Woche bleiben, bei Freunden von mir war das oft anders. Mit einem deutschen Pass bin ich dann nach weiter nach Deutschland, ich erinnere mich sogar noch an den Namen, der darauf stand. Für den Weg habe ich 11000 Euro bezahlt, ein Mann hat mir dabei geholfen.

Als ich in Deutschland ankam blieb ich eine Woche bei meiner Tante in Essen, danach bin ich nach Dortmund, dort musste ich mich vorstellen. In Dortmund gab es keinen Platz für mich, deswegen musste ich erst nach Bielefeld und dann nach Halberstadt. Nach einer Woche habe ich das Asylbewerberinterview gemacht und kam später in ein Dorf in der Nähe von Magdeburg. Insgesamt war ich nur vier Monate in Asylbewerberheimen. Schlimmer für mich war die Suche nach einer eigenen Wohnung. Als wir in den Heimen waren, war es sehr viel besser als jetzt, wir waren viel weniger Menschen. Ich habe ein letztlich Praktikum bei der Caritas gemacht und habe gesehen, wie schlimm es jetzt ist.

Bevor wir damals nach Ostdeutschland kamen, haben viele geweint. Wir hatten von dem Rassismus dort gehört, gerade in kleinen Städten und wir kamen in eine kleine Stadt. Während der Flucht hatte ich keine Zeit zu weinen, aber dort weinte ich mich in den Schlaf. Ich war  in einem Raum mit ungefähr sechs Betten untergebracht. Als ich aufwachte, schaute ich aus dem Fenster und sah ein wunderbares Bild. Bis zum Ende meines Lebens werde ich es nicht vergessen.

Nach dem der Antrag genehmigt wurde, konnte ich mir eine Stadt aussuchen und so kam ich nach Köln. Ein Jahr lang habe ich nach einer Wohnung gesucht, dadurch hat sich bei mir alles verschoben. Es ging hin und her, ich hatte keinen festen Ort, an dem ich bleiben konnte. Nachdem ich einen Integrationskurs gemacht hatte, suchte ich lange Zeit nach einem Deutschkurs, denn ich wusste, dass ich studieren wollte. Es war nicht leicht, die Kurse der Universität waren zu teuer und die Kurse des Jobcenters halfen nicht wirklich. Durch Zufall habe ich die Bildungsberatung der Otto-Benecke-Stiftung gefunden und konnte dort einen Kurs machen. Mittlerweile habe ich auch die Prüfung für die Uni geschafft.

Als ich nach Deutschland kam, habe ich viel darüber nachgedacht, was man mit anderen Sprachen machen kann. Ich habe mir Köln als Stadt ausgesucht, weil es ein Zentrum für Medien ist. Nach einem Praktikum beim Stadtanzeiger habe ich einiges realistischer gesehen. Ich habe gemerkt, dass es für mich nicht möglich ist, mit der deutschen Sprache als Journalistin zu arbeiten. Jetzt möchte ich soziale Arbeit studieren und hier mit Flüchtlingen arbeiten;  ich hoffe, dass ich irgendwie helfen kann.

 

Ich möchte die Deutschen noch um eine Sache bitten: Sie haben mir oft gesagt, die Flüchtlinge integrieren sich nicht. Viele wollen sich aber integrieren, aber sie stehen vor einer kalten Wand. Wir brauchen nicht unbedingt Geld, Kleidung oder Spielzeug, was wir am meisten brauchen ist Kontakt. Wir können nicht einfach durch die Straßen laufen und sagen: Redet bitte mit uns. Wir brauchen Menschen, die dazu bereit sind.