Ich war schon einmal in Deutschland, in der Zeit des Bürgerkrieges in Jugoslawien. Wir haben damals in Montenegro gelebt und sind dann für 4 Jahre hierher gekommen, nach Deutschland. Wir hatten gehofft, dass nach dem Krieg alles besser wird für uns Roma, dass wir bessere Lebensbedingungen haben werden – und sind wieder zurück gegangen, nach Bosnien. Aber es war fürchterlich. Uns wurde verboten, zu arbeiten, wir hatten Probleme mit der Polizei, wurden belästigt, geschlagen, verfolgt. Wir wollten ein kleines Holzhaus für unsere Familie bauen – aber auch das wurde uns verboten. Wir werden in Bosnien diskriminiert, weil wir Roma sind, wir dürfen nicht zum Arzt gehen, wenn wir krank sind, haben keine Staatsangehörigkeit. Ich habe dann für mich und meine Familie Asyl in Deutschland beantragt.

 

Diese Diskriminierung ist fürchterlich. Ich musste in Bosnien Essen für mich und meine Kinder in Mülltonnen suchen. Wir mussten auf der Straße schlafen, weil uns niemand eine Arbeit gegeben hat und wir kein Geld hatten, für eine Wohnung.

 

Für mich gibt es eigentlich keine Zukunft mehr. Ich kann nur sterben. Ich kann nirgendwo mehr hin. Ich bin krank. Und am schlimmsten ist, dass ich auch für meine Kinder keine Zukunft sehe.

 

Ich träume davon, dass meine Kinder irgendwann in Deutschland eine Stelle bekommen könnten. Vielleicht in einer Fabrik. Oder dass wir einen kleinen Laden aufmachen könnten. Ich würde gerne mit meiner Familie wie die Deutschen leben. Ein besseres Leben.